Privatsache Blutzucker-Teststreifen
Diabetiker sollen künftig selber zahlen
Gesetzlich Krankenversicherte mit Diabetes werden für ihre Blutzucker-Teststreifen bald selber zahlen müssen. Die Krankenkassen jedenfalls sollen die Kosten künftig nicht mehr übernehmen. Das geht aus einer aktuellen Beschlussvorlage des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hervor.
Diabetiker ohne Insulinbehandlung
Davon betroffen sind vor allem Patienten mit Typ-2-Diabetes, die nicht mit Insulin behandelt werden. Nach Einschätzung von Experten müssten sie nämlich ihren Blutzuckerspiegel nicht regelmäßig kontrollieren, um ihren Diabetes sicher im Griff zu haben. Demnach seien sie auch nicht auf die Teststreifen angewiesen. Nur in Ausnahmefällen sollen Ärzte auch künftig noch Rezepte für Teststreifen ausstellen dürfen: etwa wenn die Blutzuckerwerte des Patienten zu stark schwanken, weil Ärzte den Blutzucker neu einstellen müssen oder der Patient ein neues Medikament bekommt.
Noch besteht Schonfrist
Noch ist diese Neuregelung nicht in Kraft. Zunächst einmal muss der G-BA die geplante Verordnungseinschränkung beschließen. Das soll am 17. März in einer entsprechenden Sitzung erfolgen. Danach muss das Bundesgesundheitsministerium (BMG) diesen Beschluss prüfen. Sollte das BMG nach spätestens zwei Monaten nichts am G-BA-Beschluss zu beanstanden haben, könnte schon ab Sommer die Neuregelung deutschlandweit gelten.
Pro und kontra G-BA-Beschluss
Gesundheitswissenschaftler wie Gerd Glaeske halten den geplanten Beschluss für überfällig. Auch in vielen anderen Ländern der EU müssen schon seit Längerem nicht insulinpflichtige Diabetiker ihre Teststreifen selbst bezahlen. Dieter Möhler vom Deutschen Diabetiker Bund hält dem entgegen und warnt vor dem Beschluss. Für ihn werde der Patient damit in den "Irrsinn und die Medizin der 70er-Jahre" gedrängt.



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