Aufblasbares Wasserspielzeug getestet
TÜV warnt vor Risiken und Schadstoffen in Luftmatratze & Co.
Schlechte Qualität, Belastung mit Schadstoffen, abgerissene Kleinteile und Babyschwimmsitze, die keine Sicherheit bieten: Experten des TÜV Rheinland haben jetzt aufblasbare Wasserspielzeuge und Luftmatratzen in beliebten europäischen Urlaubsorten direkt am Strand gekauft und im Labor getestet. Von den 88 geprüften Produkten dürften innerhalb der Europäischen Union 43 gar nicht verkauft werden. Größtes Problem ist die Belastung mit Weichmachern, die über den zulässigen Grenzwerten liegt.
Mit Weichmachern belastet
Fast alle geprüften Produkte stufte der TÜV als Spielzeug ein. Das heißt, sie müssen die Vorgaben der EU-Spielzeugrichtlinie erfüllen. Doch 29 davon waren mit Phthalat-Weichmachern belastet, die im Verdacht stehen, hormonell zu wirken und krebserregend zu sein. Technisch sind diese Weichmacher vermeidbar. Dennoch: Den Negativ-Rekord erzielte ein Delphin, den die Tester in Italien gekauft hatten. Er enthielt im Aufblasventil 36 Prozent Phthalate – zugelassen sind 0,1 Prozent. Es ist nachgewiesen, dass die hormonähnlichen Stoffe beim Aufblasen durch den Speichel aus dem Plastik gelöst werden und in den Körper gelangen.
Nur geprüfte Schwimmlernhilfen kaufen
Getestet wurde auch das Risiko, dass Kunststoffventile oder andere Teile von kleinen Kindern abgerissen und verschluckt werden könnten. Auch dabei fielen drei Produkte durch. In solchen Fällen besteht laut TÜV unmittelbare Erstickungsgefahr für Kinder.
Ein weiteres Problem stellt die innerhalb der EU unzulässige und teilweise gefährliche Gestaltung von Schwimmsitzen für Babys und Kleinkinder dar. Sechs solche Babyschwimmsitze konnten die Fachleute kaufen, obwohl diese in der EU verboten sind. „Solche Produkte sind gefährlich, weil sie den Eltern Sicherheit vorgaukeln, die es gar nicht gibt“, sagt Friedrich Hecker vom TÜV Rheinland. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Kinder mitsamt Sitzen im Wasser sofort umkippen. Die Fachleute empfehlen, Schwimmlernhilfen für Babys oder Kleinkinder am besten nicht erst im Urlaub zu kaufen, sondern bereits vor den Ferien und nach genauer Beratung.
Ergebnisse in allen Ländern schlecht
Unabhängig vom jeweiligen Einkaufsort sind die Ergebnisse in den verschiedenen Ländern vergleichbar. In Frankreich kauften die Fachleute von TÜV Rheinland 27 Produkte, von denen 16 nicht verkehrsfähig sind. In Italien waren es insgesamt 28 Produkte, 13 fielen durch. Und in den Niederlanden waren 14 von 33 getesteten Produkten nicht zulässig.



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