Retroviren
Virengruppe, deren Erbinformation nicht wie beim Menschen als doppelsträngige DNA, sondern als einsträngige RNA vorliegt. Damit sich das Virus in der menschlichen Wirtszelle vermehren kann, muss es seine Erbinformation in das Erbgut des Menschen einbringen. Die dazu erforderliche Umwandlung von RNA in DNA übernimmt das Enzym reverse Transkriptase. Weil dieses Enzym ausschließlich bei Retroviren vorkommt, bietet es einen Ansatzpunkt für die medikamentöse Bekämpfung. Viele Retroviren sind gefährlich, am bekanntesten ist das zu den Lentiviren gehörende HI-Virus, der Erreger von AIDS. Weitere Vertreter der Retroviren sind die Spumaviren und die Onkoviren, Letztere verursachen Krebserkrankungen wie Leukämien und Sarkome.
Rettungswesen
Alle Einrichtungen, die für den Einsatz bei Unfällen, Katastrophen und Epidemien zur Verfügung stehen.
Revaskularisation
Verbesserte Blutversorgung eines Gewebes durch Vermehrung der Blutgefäße. Zusätzliche Blutgefäße bilden sich im Rahmen des natürlichen Heilungsprozesses oder werden künstlich vom Chirurgen geschaffen (Bypass).
rezeptiv
Aufnehmend, empfangend.
Rezeptor
Empfänger für Reize wie Licht, Schmerz, Hitze, Druck, Botenstoffe und Arzneimittel, der die passende Folgereaktion vermittelt.
Rezeptur
Vorschrift für die Herstellung eines Arzneimittels. Die Rezeptur enthält genaue Angaben zu Art und Menge der verwendeten Ausgangsstoffe, Herstellungsverfahren, Verpackung, Dosierung, Lagerung und Haltbarkeit. Viele wichtige Rezepturen stehen im Neue Rezeptur Formularium (NRF), das vom Zentrallabor deutscher Apotheker herausgegeben wird.
Rezidiv
Erneutes Auftreten einer Krankheit.
Rezidivstruma
Nach einer Schilddrüsenoperation erneut auftretende Schilddrüsenvergrößerung. Um Komplikationen zu vermeiden, wird die Rezidivstruma medikamentös behandelt.
Rhabarber (Rhaponticum officinale, Rheum)
Mit dem Speiserhabarber (Rheum rhaponticum) verwandte Arzneipflanze. Ihre Wurzel enthält abführend wirksame Anthrachinonglykoside und adstringierende Gerbstoffe. Erstere helfen z.B. bei Verstopfung, letztere bei Aphthen.
Rhabdomyolyse
Mit Muskelschwäche und Muskelschmerzen einhergehende Auflösung der Skelettmuskulatur infolge von Alkoholvergiftung, Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. durch Statine, Narkosemittel)oder Vitamin K- und Phosphatmangel. Die Trümmer der abgestorbenen Muskelzellen können die Nierenkanälchen verstopfen und zu einem akuten Nierenversagen führen.