Narbenkrebs
Zu einem bösartigen Tumor entartetes Narbengewebe. Narbenkrebs betrifft vor allem Brandwunden. Aber auch Narben, die sich unter Komplikationen oder schädlichen Außeneinwirkungen gebildet haben, neigen später zu Narbenkrebs. Damit der Narbenkrebs sich nicht ausbreitet, entfernt der Arzt das betroffene Narbengewebe.
Narkose (Vollnarkose, Allgemeinanästhesie)
Betäubungszustand, in den der Arzt Patienten für eine Operation versetzt. Eine Vollnarkose umfasst eine sensorische (Schmerzausschaltung), eine mentale (Ausschaltung von Erinnerungsvermögen und Bewusstsein), eine motorische (Ausschaltung der Muskelfunktion) und eine vegetative Komponente (Ausschaltung der Stressreaktionen). Dafür gibt der Arzt jeweils verschiedene Medikamente. Zur Bewusstseinsauschaltung gibt er Anästhetika und Beruhigungsmittel, wie Benzodiazepine, zur Schmerzausschaltung Schmerzmittel, wie Fentanyl, und Muskelrelaxanzien zur Ausschaltung der Schmerzreflexe der Muskulatur. Da diese Medikamente den Kreislauf belasten und die Atmung lähmen können, muss der Arzt sie genau dosieren und den Patienten während der Narkose aufmerksam überwachen. Als Vorsichtmaßnahme ist ein Gespräch zwischen Narkosearzt und Patient im Vorfeld der Operation üblich. Dabei befragt der Arzt den Patienten über Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommenen Medikamente, um eine passende Narkosemethode wählen zu können.
Narkosefieber (Narkose-Hyperthermie-Syndrom, maligne Hyperthermie)
Seltene, aber lebensgefährliche Komplikation bei Operationen unter Narkose. Dabei lassen Stress, muskelentspannende Medikamente und Narkosegase die wärmeerzeugenden Stoffwechselaktivitäten in der Muskulatur ansteigen. Die Körpertemperatur erhöht sich dadurch auf über 42°C, die Muskeln versteifen sich, Atmung und Kreislauf entgleisen. Der Arzt unterbricht unverzüglich die Narkose und leitet ABC-Maßnahmen ein. Anschließend verlegt er den Patienten zur Beobachtung auf die Intensivstation.
Narkosegase (Inhalationsnarkotika)
Gase zur Betäubung von Patienten während Operationen. Narkosegase schalten das Bewusstsein und das Schmerzempfinden aus, entspannen die Muskeln und dämpfen hinderliche Reflexe. Da sie gleichzeitig den Blutdruck senken und Herzrhythmusstörungen auslösen, muss der Arzt den Patienten während der Narkose gut überwachen. Zu den Narkosegasen zählen Lachgas, Halothan und Enfluran.
Narkosekomplikationen
Unerwünschte Begleiterscheinungen einer Narkose. Etwa, wenn der der Patient auf ein Narkosemittel mit einem allergischen Schock reagiert, Magensäure oder Speisereste in die Luftröhre gelangen (Aspiration) oder ein Stimmritzenkrampf die Luftzufuhr unterbricht. Auch Herz-Kreislauf-Probleme zählen zu den Narkosekomplikationen. Ernsthafte Narkosezwischenfälle wie der Tod oder bleibende Gehirnschäden sind sehr selten. Nur etwa jede hunderttausendste Narkose endet tödlich, wobei das Risiko bei kleinen und mittleren sowie im Voraus geplanten Operationen deutlich niedriger liegt.
Narkosemittel (Anästhetikum, Narkotikum)
Allgemeine Bezeichnung für ein Medikament, welches die Schmerzempfindung vorübergehend ausschaltet. Narkosemittel wirken entweder nur örtlich (Lokalanästhesie) oder auf den gesamten Körper (Allgemeinanästhesie). Allgemein wird als Narkosemittel daher eine Substanz bezeichnet, die im Gehirn eine Schmerz- und Bewusstseinsauschaltung bewirkt.
Inhalationsnarkotika atmet der Patient in Form von Narkosegas ein. Bei längeren Operationen leitet der Arzt das Gas über einen Beatmungsschlauch ein (Intubationsnarkose). Ist der Eingriff nur kurz, verwendet er eine Inhalationsmaske (Maskennarkose).
Injektionsnarkotika spritzt der Arzt in eine Vene. Beispiele sind Propofol, Ketamin, Etomidat und Methohexital. Flüssige Narkosemittel wirken bereits in niedrigerer Konzentration wie Narkosegase und verursachen daher weniger Nebenwirkungen. Allerdings hält die Wirkung nur wenige Minuten an. Eine Injektionsnarkose eignet sich daher vor allem für kürzere Eingriffe. Häufig kombiniert der Arzt die Inhalationsmethode daher mit der Injektionsmethode. Bei dieser balancierten Anästhesie leitet er die Narkose mit einem gespritzten Narkotikum ein und erhält sie anschließend mit einem Narkosegasgemisch aufrecht. Hierzu benötigt er weniger Medikamente und riskiert so auch weniger Nebenwirkungen.
Narkosesystem
Teil des Narkosegeräts, der für eine regelmäßige Beatmung sorgt und dabei die Ausatemluft des Patienten reinigt oder austauscht. Offene und halboffene Systeme geben die Ausatemluft direkt an die Umgebung ab. Rückatemsysteme befreien die Ausatemluft von CO2 und leiten sie anschließend in die Atemwege des Patienten zurück. Dadurch lassen sich Narkosegase einsparen.
Narkosevorbereitung
Vom Narkosearzt im Vorfeld einer Operation getroffene Maßnahmen. Hierzu gehört ein Patientengespräch, in dem er den Patienten zu Vorerkrankungen und dauerhaften eingenommen Medikamenten befragt. Auf Grundlage dieser Informationen wählt er später das geeignete Narkotikum. Viele Ärzte verschreiben dem Patient zusätzlich ein Beruhigungsmittel für die Zeit unmittelbar vor der Operation.
Nasenatmung, behinderte
Unfähigkeit durch die Nase einzuatmen. Weil die Nase verstopft ist, atmet der Betroffene durch den Mund ein und riskiert Infektionen der unteren Atemwege. Denn allein die Nase vermag mit Hilfe ihrer Flimmerhärchen und Abwehrzellen die Luft ausreichend von Krankheitserreger und Fremdkörper zu reinigen. Spülungen mit Kochsalzlösungen befreien die Nase. Abschwellende Nasentropfen mit Xylomethazolin (Otriven®, Olynth®) oder Oxymetazolin (Nasivin®) wirken gleich. Nach einer Woche sollten sie jedoch abgesetzt werden, weil sie sonst die Nasenschleimhaut schädigen. Gegen allergischen Schnupfen helfen antiallergische Nasentropfen mit Levocabastin (Livocab®) oder Azelastin (Vividrin akut®) sowie Antihistaminika in Tablettenform, z.B. Ceterizin (Cetirizin ratiopharm®).
Nasenflügelatmen
Blähen der Nasenflügel beim Einatmen. Patienten mit Atemnot, Lungenentzündung oder Aufregung versuchen so, eine die Atemmenge besser auszuschöpfen.