Dissimulation
Verbergen oder Verschweigen von Krankheitssymptomen.
distal
Vom Körper weg gelegen. Gegenteil von proximal.
Distraktion
Maßnahme zur Verlängerung von Knochen (Extensionsbehandlung). Der zu verlängernde Knochen wird durchtrennt und die beiden Enden mithilfe eines Distraktors langsam auseinander geschoben. Anschließen wird der Spalt mit Knochenmaterial ausgefüllt.
Diurese
Ausscheidung von Harn durch die Nieren. Kälte, niedriger Luftdruck und Koffein (Teein) steigern die Diurese. Um bei Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Kreislauf zu entlasten und das Blutvolumen zu verringern, verordnet der Arzt harntreibende Mittel (Diuretika). Die Gabe von Diuretika ist ebenfalls notwendig im Rahmen einer forcierten Diurese, um giftige, wasserlösliche Substanzen durch eine hohe Harnproduktion aus dem Organismus zu schwemmen.
Divergenz
Auseinanderweichen zweier Objekte oder Prozesse, die von einem Ursprung ausgehen. In der Medizin bezieht sich Divergenz auf das Abweichen der Sehachsen von der parallelen Ursprungsstellung. Schielen ist eine krankhafte Form der Divergenz. Beim Schielen ist die Koordination der äußeren Augenmuskeln gestört, wodurch die Sehachsen der Augen in ihrer Richtung voneinander abweichen. Daher läst sich ein fixierter Gegenstand nur als Doppelbild abbilden. Bei normal Sehenden tritt Divergenz beim Wechsel von Nah- auf Fernsicht auf (Divergenzreaktion).
Divergenzreaktion
- Auseinanderweichen der Augenachsen beim Wechsel von Nah- auf Fernsicht (Akkommodation), bei der sich die Pupillen erweitern und der Ziliarmuskel erschlafft.
- Reaktion, die auf ein chronisches Reizzentrum (Herd) im Körper hinweist. Der Betroffene streckt mit geschlossenen Augen beide Arme aus. Weicht ein Arm nach außen ab, liegt möglicherweise auf dieser Seite eine Entzündung oder ein anderer chronischer Reizzustand im Körper verborgen.
DNA-Analyse
Verfahren zur Untersuchung der Erbsubstanz (Desoxyribonukleinsäure). Eine DNA-Analyse ist notwendig, wenn in der Familie des Patienten Erbkrankheiten aufgetreten sind, bei denen die Reihenfolge der Basen in der DNA abweicht. Zudem kann der Arzt bei Infektionskrankheiten Bakterien anhand ihrer DNA nachweisen (Polymerase-Kettenreaktion). Liegen unklare Verwandtschaftsverhältnisse vor oder soll eine Person zweifelsfrei identifiziert werden, hilft oft eine DNA-Probe aus Blut, Speichel, Sperma oder den Haaren weiter. Dazu werden die Chromosomen typisiert (Karyogramm) oder die Abfolge der Basenpaare auf der DNA analysiert (DNA-Sequenzierung).
Doppelkontrastuntersuchung
Verfahren zur Röntgendarstellung von Hohlorganen wie Magen und Dickdarm, aber auch von Speiseröhre, Harnblase, Luftröhre und Bronchien. Bei der Doppelkontrastuntersuchung setzt der Arzt ein positives (Iod, Barium) und ein negatives Kontrastmittel (Luft, Kohlendioxid) ein. Positive Röntgenkontrastmittel halten Röntgenstrahlen zurück, während negative sie ungebremst durchlassen. Soll der Magen untersucht werden, trinkt der Patient die Kontrastmittel auf nüchternen Magen. Bei einer Untersuchung des Dickdarms erfolgt eine Darmspülung, bevor die Kontrastmittel mit Hilfe eines Darmeinlaufs in den Dickdarm einfließen. Die Kontrastmittel kleiden als dünner Belag die Organwand aus und machen Veränderungen der Schleimhaut sichtbar.
Doppelniere
Die Doppelniere tritt zumeist einseitig auf. Die betroffene Niere ist dann doppelt so groß wie die gesunde und verfügt über zwei Harnleiter. Diese häufige Form der Nierenfehlbildung verursacht keine Beschwerden.
Dorsalextension (Dorsalflexion)
Das Anheben von Fuß- oder Handspitze in Richtung des Fuß- bzw. Handrückens oder das Beugen des Oberkörpers nach hinten.